Unser tägliches Linsengericht oder der schnelle Weg

Wer das jetzt liest, wird vielleicht denken „was für ein eigenartiger Titel“. Ich habe mir zum Thema Linsen nie viel Gedanken gemacht. Jedoch habe ich letztens eine geniale Predigt vom ICF München gehört zum Thema Linsen und wieso Esau sein Erstgeborenenrecht ausgerechnet für einen Teller Linsen verkauft hat.

Heute hatte ich wieder so einen „Linsengericht-Moment“ und im gleichen Moment fiel mir eine andere Predigt vom ICF München ein zum Thema „Psalm 23“. Wahrscheinlich fragt ihr euch wie diese seltsame Verbindung zustande kommt und was Linsen mit dem Psalm 23 zu tun haben.

Esau hat sein Erstgeborenenrecht für einen Teller Linsen verkauft. Er hatte Hunger und in dem Moment hat er allen Verstand ausgeblendet. Er hatte den Segen seines Vaters, er war der Erstgeborene und hätte ALLES von seinem Vater geerbt. Und was macht er?! Er hat Hunger und ihm ist das alles egal – er will die schnelle Lösung und sich nicht selber Essen kochen und vielleicht eine Stunde warten bis er essen kann. Er will es SOFORT! Und in diesem Moment ist die Gier und der Hunger so groß, dass sein Verstand aussetzt und er damit alles verliert.

Und jetzt frage ich euch, wie oft haben wir solche Linsengericht-Momente?! Wie oft wollen wir Dinge SOFORT UND GLEICH und wollen keinesfalls noch länger warten? Mir geht es ab und zu mal so und seit ich diese Predigt von Sebastian Wohlrab gehört hab, gehen mir die Linsen ab und zu mal durch den Sinn. Diese Predigt spricht über den Segen, den Gott für uns bereithält und ob wir diesen Segen annehmen oder diesen eintauschen weil wir vergessen, wer wir sind und ein billiges Linsengericht plötzlich für uns mehr Bedeutung hat.

Heute hat mir eine Kollegin eine Geschichte erzählt und ich hab gedacht „wow Klasse das wär was“ und ich hab ernsthaft angefangen über eine Sache nachzudenken wo ich mich hinterher frage ob ich noch bei Trost war überhaupt näher darüber nachzudenken. Es war die schnelle Lösung und hätte mir Informationen geliefert, worauf ich nicht warten wollte. Zum einen war es Ungeduld und zum anderen Neugier. Es hat den Nachmittag gedauert, bis ich das innerlich alles verarbeitet hatte und das Linsengericht seine Verlockung verloren hat.

In diesem Kontext kam mir dann noch eine andere Predigt von Tobias Teichen zum Thema „Psalm 23“ in den Sinn. Warum heißt es „und du salbest mein Haupt mit Öl“? Die Schäfer früher und auch heute geben Öl auf den Kopf der Schafe, in die Ohren und die Nasen. Würden sie es nicht tun, würden sich Fliegen in diese Körperteile setzen und ihre Eier ablegen. Die Larven würden schlüpfen und die Wärme suchen und das geht nur nach innen, also bis ins Gehirn. Dort würden sie dem armen Schaf das Gehirn bei lebendigem Leib auffressen. Zugegeben ist das kein schöner Gedanke.

Die „schnelle Lösung“ meiner Kollegin war wie so eine Fliege, es war etwas was in meinem Gehirn kreiste und dort anfing Unheil anrichtete. Es wäre einhergegangen mit der Aufgabe des Gottvertrauens und dem eigenen Tun und dafür hätte ich an Quellen gehen müssen, an denen man nichtmal herantreten sollte. Die schnelle Lösung hätte mir vielleicht Informationen geliefert, welche Gott mir sonst Schritt für Schritt gegeben hätte. Es wäre mit einem Rutsch gekommen.

Wir waren zu Dritt bei dem oben genannten Gespräch. Hinterher habe ich mich noch mit meiner anderen Kollegin unterhalten, die bei diesem Gespräch ebenso anwesend war. Beide waren wir der gleichen Meinung, dass dieser eine schnelle Schritt uns um die Erfahrung und um unseren Segen bringen würde und die Erfahrung, welche Gott uns geben will und in der wir wachsen würden. Es käme mit einem Fingerschnippen und würde uns überfordern und uns am Ende vielleicht sogar zerstören. Es wäre vielleicht eins dieser desaströsen Linsengerichte, die einen ultimativen Preis haben.

Ich frage mich jetzt einige Stunden später immer noch wieso ich nur auf diese Idee kommen konnte. Es war wie eine dieser Larven, die sich in mein Gehirn gesetzt haben. Ich bin dann zu Gott gegangen und hab ihn gebeten mir Öl aufs Haupt zu geben, damit diese Gedanken verschwinden.

Gott sei Dank sind diese Gedanken jetzt aus meinem Kopf raus. Daher heute mein Segenswunsch für euch:

Lasst euch nicht von schnellen Linsengerichten beirren und wählt lieber den längeren Weg.
Linsen sind es nicht wert, dass man seinen Segen dafür aufgibt.

Gott hat Großes für uns im Sinn und alle Linsen dieser Welt sind es nicht wert,
dass man den Segen dagegen eintauscht.

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