Vergebung – siebenundsiebzigmal

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Vergebung…dieses Thema ist auf irgendeiner Art immer in meinem Hinterkopf. Ich hatte hierzu vor längerer Zeit schon einen Beitrag geschrieben.

Ich hatte diese Tage wieder eine Diskussion und dieser Blogbeitrag ist die Frucht dessen. Kernpunkt der Diskussion war die Unhinnehmbarkeit des Verhaltens einer meiner Gegenüber und dass diese Person immer wieder in negative alte Verhaltensmuster verfällt und ich dieses endlich aufhören sollte zu entschuldigen, dass ich dumm wäre dies weiter über mich ergehen zu lassen usw. Diese Aussagen sind gefühlt für mich wie Nackenschläge und dennoch weiß ich dass man sich Sorgen um mich macht und diese Aussagen in dieser Sorge geboren sind.

Es sind zwei Seiten einer Medaille und dennoch könnten Sie nicht weiter voneinander entfernt sein…. beide Menschen bedeuten mir unglaublich viel und wie ich der einen Person vergebe, vergebe ich auch der anderen die harten unversöhnlichen Worte.

Ich ertrage das teilweise destruktive Verhalten der einen Person deshalb, weil ich um dessen eigene Not darum weiß, ich weiß dass dies nicht in Boshaftigkeit geboren wurde und dass diese Person ihr Verhalten nicht einfach ablegen kann und dieser innere Kampf des Wollens und des Nichtvollbringen-Könnens dieser Person schwer zu schaffen macht.

Für mich ist es in der Tat nicht einfach diese oben genannten verbalen Nackenschläge einzustecken und mir wieder und wieder sagen lassen muss „wann ich es denn endlich lerne, diese Person in den Wind zu schießen – ein für alle Mal“.

Was mir dazu einfällt ist die Textstelle aus Matthäus 18 21-22 (Neue Genfer Übersetzung)

Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte: »Herr, wie oft muss ich
meinem Bruder vergeben, wenn er immer wieder gegen mich sündigt?
Siebenmal?« – »Nein«, gab Jesus ihm zur Antwort,
»nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal!«

Nein ich bin nicht perfekt und Nein nicht immer fällt mir Vergebung leicht – manchmal mehr, manchmal weniger. Siebenundsiebzigmal in manchen Übersetzungen Siebzigmal siebenmal kann man nicht an der mathematischen Formel festmachen – es bedeutet wieder und wieder und wieder…..

In diesem Zusammenhang muss ich immer wieder an meine eigenen Fehler denken, die ich wieder und wieder, Tag für Tag fertig bringe. Gott hätte jedes Recht mich dafür bis in die Steinzeit in den Wind zu schießen. Jedoch sein Kelch der Vergebung ist immer voll gefüllt und er ist bodenlos. Jeden Tag wird seine Gnade neu und jeden Tag darf ich diese neu erleben.
Ich hoffe, dass Gott auch meinen Kelch der Fähigkeit der Vergebung stets wieder auffüllt, wenn der Boden dessen näher zu kommen scheint. Solange ich die Fähigkeit der Vergebung in mir finde, werde ich auch weiter tapfer jeden der o.g. Nackenschläge ertragen und weiter vergeben.

Vergebung ist keine leichte Aufgabe und doch mache ich jedem Mut es damit zu versuchen….man tut es in erster Linie für sich selbst, weil Unvergebenheit jeden selbst vergiftet. Wenn man vergibt, erst dann kann auf beiden Seiten Heilung geschehen.

Gottes Segen an euch alle!

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4 Antworten zu “Vergebung – siebenundsiebzigmal

  1. Pingback: Vergebung – siebenundsiebzigmal | Christliche Blogger Community·

    • Danke für deine Zeilen. Ich weiß sehr gut was du meinst, es ging mir auch eine lange Zeit so, dass eine alte Sache wieder und wieder in mir aufbrach. Irgendwann war mir klar, ich musste dieser Person vergeben…und das für mich selbst.

      Klar das funktioniert nicht auf Knopfdruck. Als erstes kommt der Wille der Vergebung und wenn man sich dann an Gott wendet, dass man vergeben möchte aber irgendwie doch nicht kann oder es soooo schwer fällt, ist das der Schritt den Gott von uns will.

      Der Rest folgt dann später…aber dieses Gebet bewirkt Wunder und nimmt mit der Zeit auch den Stachel.

      Ich hatte vor längerem schonmal einen Beitrag zur Vergebung geschrieben, ich werd diesen noch mit in den neuen Beitrag verlinken.

      Kopf hoch…

  2. Danke für Deine Gedanken! Ich habe letzten Sonntag intensiv darüber nachdenken müssen. Es gibt da eine Person, die mir in der Vergangenheit sehr wehgetan hat. Ich dachte eigentlich, ich hätte ihr vergeben, aber wohl noch nicht so ganz, denn die Verletzung bricht immer wieder auf.

  3. Tja… kurz gefasst, antworte ich mal so: „Die Wahrheit wollen wir alle wissen, nur mit ihr umgehen können die wenigsten!“ oder… „Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ Jesus Christus lies uns nicht umsonst wissen: „Verlasst euch nicht auf die Menschen sondern einzig und alleine auf mich!“ Es steht so treffend in Pred 7,8: „Der Ausgang einer Sache ist besser als ihr Anfang. Ein Geduldiger ist besser als ein Hochmütiger!“ Von meiner Seite her ziehe ich wirklich den Hut, der so in der Liebe Christi lebt, diesen Weg treu gehen…. „.. und der angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden!“

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